Singlebörsen – das Geschäft mit der Partnersuche

Die Zahl der Singles und der Singlehaushalte steigt in einigen Regionen der Erde und vor allem in größeren Städten kontinuierlich an. Studien legen Statistiken vor, gemäß welchen  in manchen Großstädten bereits jeder zweite Haushalt von nur einer Person bewohnt wird. Woran liegt und wozu führt das? Was ist der Zweck von Singlebörsen? Warum steigt sowohl die Zahl der Singles als auch die Zahl der Singlebörsen?

Warum gibt es immer mehr Singles?

  1. Liegt es daran, dass heute immer mehr Menschen immer weniger Lust auf Partnerschaft und Familiengründung haben?
  2. Stellt Familie heute keinen zentralen Wert mehr dar?
  3. Sind Singles egoistisch und wollen nur ihren Spaß haben, sind sie (noch) nicht dazu bereit, eine ernste und dauerhafte Beziehung zu führen?
  4. Ist der entscheidende Grund darin zu sehen, dass sie mehr Wert auf ihre Unabhängigkeit und Freiheit legen?
  5. Wünschen sich die Menschen heute zwar so wie früher eines feste Partnerschaft, haben aber Schwierigkeiten, potentielle Lebenspartner und Lebenspartnerinnen kennenzulernen?
  6. Legen die Menschen heute Singleperioden ein, weil ihnen andere Dinge (Beruf, Freunde, Hobbys) wichtiger als Partnerschaften sind?

Verschiedene Gründe sind also für ein Singledasein verantwortlich. 

  1. Eine vorübergehende oder andauernde Singlephase kann bewusst selbst gewählt sein.
  2. Bestimmte Lebensumstände können eine feste Partnerschaft verhindern.
  3. Ein Paar verzichtet auf das Zusammenziehen und auf eine gemeinsame Wohnung. Beide führen einen Singlehaushalt, sind aber gebunden.

Wenn Menschen beschließen, allein zu leben, dann bedeutet das nicht automatisch, dass ihnen nicht an Kontakten gelegen ist. Interessant ist, dass die Zahl der Singlebörsen und die Zahl der Singles steigt. Das könnte darauf hinweisen, dass Singles nicht Singles bleiben, sondern andere Singles treffen wollen, um ihr Singledasein – sei es für eine längere oder für eine kürzere Zeitspanne – zu unterbrechen oder für immer zu beenden.

Warum gibt es so viele Singlebörsen?

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Partner-, Single- und Kontaktbörsen, die meist gegen Entgelt entweder nur unverbindliche Kontakte ermöglichen oder dabei behilflich sein wollen, den Partner oder die Partnerin für das ganze Leben auf systematischem Weg zu suchen und zu finden. Hier werden die Kunden bei der Anbahnung einer glücklichen Beziehung unterstützt.

Dabei wird das Zufallsprinzip minimiert, insofern Gemeinsamkeiten und wahrscheinliche Kompatibilität die entscheidenden Suchkriterien darstellen. Es besteht prinzipiell die Möglichkeit, von vornherein unpassende Partner auszusondern. Das ist im Grunde eine gute Idee und vermutlich hat auch dies zum Boom der Singlebörsen beigetragen. Singlebörsen haben sich in den letzten Jahren zu einem einträglichen Geschäft entwickelt.

Singles stellen heute eine hart umkämpfte wirtschaftliche Größe dar. Sie werden auch immer weniger bemitleidet oder diskreditiert. Früher hatten sich vor allem Frauen noch viel mehr zu rechtfertigen, wenn sie nicht in einer Partnerschaft lebten. Das hat sich mittlerweile geändert. Singles werden respektiert, bisweilen auch bewundert oder beneidet. Es wird aber andererseits auch nicht so weit gegangen, das Singledasein mit dem puren Lebensglück zu assoziieren. Es kommt auch selten vor, dass jemand ein Leben lang allein bleiben will.

Der Mensch sucht auch heute noch nach Gemeinsamkeit und nach dem Beziehungsglück. Er hat jedoch mehr Auswahl als früher oder zumindest mehr Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen. Single- und Partnerbörsen sind heute hauptsächlich Online-Dating-Börsen. Partner und Partnerinnen werden mehr und mehr über das Internet gesucht. Dieser Weg bietet mehr Freiheit und Anonymität beim Auswahlverfahren.

Wie verbreitet ist Online-Dating?

Auf https://www.singleboersen.onl/ werden regelmäßig Studien veröffentlicht, die veranschaulichen, wie rasant sich der Markt mit den Singles entwickelt. Die auf dieser Website veröffentlichte Studie mit dem Titel „Der Online-Dating-Markt 2014/2015“ nennt folgende Zahlen:

  1. Im Bereich des Online Datings, der Online-Partnervermittlungen und Online-Singlebörsen wird ein Umsatz von jährlich knapp 200 Mio. Euro generiert.
  2. Monat für Monat nutzen mehr als 8 Millionen Menschen die zahlreichen Dating-Plattformen.
  3. Jedes Jahr kommen ca. 100.000 Nutzer hinzu. Der Markt wächst.
  4. Die Zahl der Nutzer hat sich zwischen 2004 und 2014 fast verdoppelt.
  5. Über ein Drittel aller Beziehungen entstehen heutzutage durch Online-Kontaktaufnahme.
  6. Beinahe jede sechste Hochzeit geht auf eine Internetbekanntschaft zurück.

Die letzte Zahl lässt allerdings auch den Schluss zu, dass sich mehr als fünf von sechs oder mehr als 80% der heiratswilligen Paare auf herkömmliche Weise kennenlernen. Singles sind das große Thema dieser Studie. Und diese Singles sollen nicht länger Singles sein. So wollen es die Dating-Agenturen und die Betreiber der Online-Plattformen.

Die Autoren der Studie schätzen, dass es im Jahr 2014 in Deutschland 13 Millionen Singles gegeben hat. Wenn die Zahlen stimmen, dann sind acht von dreizehn Millionen Singles daran interessiert, ihre Singledasein aufzugeben und bereit, sich auf Online-Portalen nach geeigneten Partnern und Partnerinnen umzusehen. Der Rest versucht auf herkömmliche Weise, einen Partner oder eine Partnerin zu finden oder sucht im Netz lediglich nach Abwechslung und nach (sexuellen) Abenteuern. Nur ein geringer Teil würde demnach freiwillig weiterhin Single bleiben.

Die Mehrheit der Singles ist also über ihren Status als Single nicht erfreut und strebt eine Veränderung an. Warum steigt dann die Zahl der Single-Haushalte? Spielen hier auch demographische, regionale etc. Gründe eine Rolle? Daran anschließend ließe sich auch die Frage stellen, warum die Zahl der Singles steigt, obwohl so viele Online-Partner- und Singlebörsen daran arbeiten, dass Singles Partner finden. Wenn Singlebörsen erfolgreicher sind, dann müsste die Zahl der Singles doch abnehmen, oder nicht? Liegt die kontinuierlich steigende Zahl der Singles auch daran, dass die Auswahl an Partnern und Partnerinnen im Netz letztlich zu groß und unüberschaubar ist und möglicherweise abschreckend wirkt?

Was ist gegen diese Arten der Partnersuche und Partnervermittlung einzuwenden?

Ein Hauptproblem ist die bisweilen anzweifelbare Seriosität mancher Anbieter. Ihre Geschäftspraktiken laufen mitunter darauf hinaus, den zahlenden Kunden sprichwörtlich das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Die Journalistin Bettina Weiguny berichtet davon in der FAZ vom 30. Juni 2013. Auch die Versprechen, dass der Traumpartner und die Traumpartnerin gewiss gefunden werden,  werden selten eingelöst. Bettina Weiguny schildert den Fall einer Frau, zu deren Profil zwar mehr als hundert Männer aus der näheren Umgebung gepasst hätten, von denen sich jedoch kein einziger gemeldet hat. Was sie allerdings erhalten hat, waren unseriöse und obszöne Anfragen. Darüber hinaus wurde der Frau für ein sechsmonatiges Abo eine Rechnung zugeschickt, obwohl sie es nicht bestellt hat. Um mit den darauf folgenden Ärgernissen fertig zu werden, war sie gezwungen, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Dabei handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall.

Vor allem kleinere Börsen arbeiten mit dubiosen und kriminellen Praktiken. Und die großen, bereits etablierten Anbieter? Sie versuchen gelegentlich, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen, glänzen aber auch nicht immer durch Fairness gegenüber den Kunden. Darüber hinaus wird ihnen vorgeworfen, es beim Umgang mit den oft sehr persönlichen Daten ihrer aktuellen und ehemaligen Kunden nicht besonders genau nehmen. Bettina Weiguny berichtet von den Folgen: Viele Kunden wenden sich enttäuscht ab.

Enttäuschung ist auch dann berechtigt, wenn sich der Traumprinz mit dem ausgesprochen attraktiven Profil entweder als Spinner oder als Schummler herausstellt. Das Online Dating lockt auch Menschen an, die keine ernst gemeinten Absichten hegen. Eine negative Erfahrung, von der mittlerweile mehrere Kunden berichten, ist das Phänomen Ghosting: Der Kontakt wird plötzlich und ohne Vorwarnung abgebrochen, der potentielle Partner oder die potentielle Lebensgefährtin verschwindet, meldet sich nicht mehr und macht es auch unmöglich, ihn oder sie noch zu erreichen.

Im Bereich des Online Datings wird oft keine Rücksicht genommen und viel geschwindelt. Bisweilen wird auch bewusst der Versuch unternommen, andere Menschen zu betrügen. Das ist nicht schön, sollte aber letztlich nicht davon abhalten, auf diese Weise das private Glück zu suchen. Es sollten jedoch unbedingt einige Grundregeln beherzigt werden. Vorsicht und Umsicht sind geboten, das Kleingedruckte sollte lieber mehrmals gründlich studiert und bezüglich des jeweiligen Anbieters sollten Informationen und Erfahrungen eingeholt werden. Ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen. Negative Erfahrungen können bei dieser Form der Partnersuche kaum ausgeschlossen werden.